zum 1. Mai

zum 1. Mai

 

 

 

 

 

 

Hallo, seien Sie gegrüßt!

Im Mai, so mit den ersten schönen Tagen, geh'n Liebe und Natur gern Hand in Hand. Die Bäume werden grün, die Finken schlagen. Kurz: der Frühling ist wieder im Land.  - So heißt es in einem alten deutschen Schlager.

Es ist heute der 1. Mai 2020 und Covid 19 geht durchs Land. Überall auf der Welt. Haben Sie die Bilder aus Spanien gesehen? Da durften die Kinder in Madrid das erste Mal nach sechs Wochen für eine Stunde ihr Zimmer verlassen und auf den leeren Straßen rumrennen. Das war ein herzzerreißender und grausamer Anblick. Kinder für 6 Wochen eingesperrt, dürfen eine Stunde auf die Straße!

Nadia und ich sind am 13. März zum letzten Mal auf der Bühne gestanden. Das ist jetzt auch schon sieben Wochen her. Die geplanten Konzerte im Mai müssen leider alle abgesagt werden und ob wir im September wirklich schon wieder auftreten dürfen? ... das weiß heute auch noch niemand.

Danke, dass so viele von Ihnen die im Preis halbierten Klavierabend-CDs bestellt haben. Immerhin mehr als 1000 Stück! Noch einmal 'danke' für Ihre Unterstützung. Den ganzen Sommer noch können Sie und Ihre Bekannten und Freunde preiswert diese CDs weiterhin erwerben. 

Nadia arbeitet an Beethovens Siebter in der Liszt-Fassung. Ende Mai geht sie ins Tonstudio, damit eine CD daraus werden kann. Was ich bisher davon gehört habe, ist äußerst fein. Ich selber beschäftige mich zur Zeit nun doch wieder mit Gedichten. Vielleicht entsteht daraus noch mal etwas Neues? Karin, meine Frau, erlernt fleißig und mit großer Lust die Berufe Ernährungsberaterin und Fitnesstrainerin im Fernstudium, um später dann als Personaltrainerin arbeiten zu können. Corona macht’s möglich. Carpe diem!

Vor ein paar Tagen hat mir mein Freund Uli Masuth (Musiker und Kabarettist) einen offenen Brief an Monika Grütters geschickt. Nachdem ich den Brief gelesen habe, der ganz präzise das derzeitige Dilemma von uns selbstständigen Künstlern schildert, habe ich mich entschlossen, Ihnen diesen Brief in Auszügen mitzuteilen, da er aufrichtig und ohne Polemik geschrieben ist. Infos über meinen Freund Uli finden Sie unter kabarett-musik.de. Dort befindet sich auch ein unterhaltsames Video über Ulis Situation.

Ganz herzliche Grüße von mir, meiner Frau und von Nadia, den drei Carpe-diem-Anhängern.

Nutzen Sie bei einer eventuellen CD-Bestellung den Gutscheincode: 50%Rabatt2020 

Zur CD-Bestellung der Klavierabende

Und hier ein Auszug aus dem Brief von Uli Masuth:

Offener Brief an Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien:

Wir selbstständigen BühnenkünstlerInnen fühlen uns in der Coronakrise abgehängt und vergessen. In der Debatte um die stufenweise Rückkehr zum gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben kommen wir derzeit so gut wie gar nicht vor. 

Die einzige Information der Bundesregierung zur Zukunft der Kultur- und Veranstaltungsbranche ist das Verbot aller Großveranstaltungen bis zum 31.8. Dass nicht gesagt wird, wo eine KLEIN-Veranstaltung aufhört und eine GROSS- Veranstaltung anfängt, sei nur am Rande bemerkt. Im Gegensatz zur Industrie oder zum Hotel-, Tourismus- und Gaststättengewerbe, scheinen wir selbstständigen Bühnenkünstler keine Lobby zu haben.
Viele KollegenInnen und ihre Familien stehen schon jetzt vor dem finanziellen Aus und Besserung ist nicht in Sicht.
Hingewiesen werden soll auch auf eine Spätfolge des Lockdowns: Für diejenigen, die bei ihren Liveauftritten ihre eigenen Kompositionen spielen, fallen in diesem Jahr nicht nur die Gagen weg, sondern im nächsten Jahr auch die entsprechende GEMA-Ausschüttung.
KünstlerInnen ohne Perspektive drohen nach Wochen des Lockdowns auch in eine Motivations- und Sinnkrise zu rutschen. „Unterhaltung“ ist nicht nur unser Beruf, sondern auch unsere Berufung. Unser Beruf ist auf unabsehbare Zeit scheinbar obsolet geworden. Wir haben Berufs- und Ausdrucksverbot.
Zuschüsse zum Lebensunterhalt aufgrund abgesagter Veranstaltungen sind nicht vorgesehen, auch wenn der Verdienst künftig zu 100% ausbleibt. Von jetzt auf gleich! Somit wären wir Bühnen-Künstler ohne feste Anstellung auf Hartz-IV angewiesen.
Bei den entsprechenden Anträge auf ALGII werden wir vom Jobcenter – entgegen aller Verlautbarungen der Politik – dann aber nicht wie Selbstständige, die ihre Tätigkeit fortsetzten wollen, behandelt, sondern wie Arbeitslose. Was zur Folge hat, dass private Renten- und Lebensversicherungen als Vermögen gelten. Genau das sind sie aber nicht, sondern ALTERSSICHERUNG! Um dem Staat später nicht auf der Tasche zu liegen...
Deshalb stellt Uli Masuth in seinem Brief an die Staatsministerin Grütters zwei zentrale Forderungen auf:
Er fordert für alle Bundesländer einheitliche Hilfen für ausgefallene Honorare und Veranstaltungen der freiberuflich tätigen KünstlerInnen, die in der Coronakrise ihr regelmäßiges Einkommen nicht mehr erwirtschaften können.
Und er fordert konkrete Aussagen darüber, wann und unter welchen Voraussetzungen Lesungen, Theater- Musik- und Kleinkunst-Veranstaltungen wieder möglich sein könnten, um einen Totalverlust von Kultur abzuwenden und massenhafte Privat-Insolvenzen zu verhindern.

 

 

 

Wenn Sie meinen Rundbrief nicht länger erhalten möchten, klicken Sie hier.

 

 

Lutz Görner | Dieringhauser Str. 70a | 51645 Gummersbach