Franz Liszt - MP3 Download

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Beschreibung:

Ein Paganini am Klavier

Eigentlich lebte der österreichisch-ungarisch geprägte, aber sich als Kosmopolit fühlende Komponist und Pianist Franz Liszt ( (1811-1886) nur acht Jahre lang in „Saus und Braus“. So bezeichnete der Superstar der Klassikzentren im 19. Jahrhundert seine Hoch-Zeit, in der er als ehemaliger „neuer Mozart“ und „Wunderknabe“ einen Kult auslöste, wie es parallel der Geiger und Komponist Niccolo Paganini ebenfalls zu Weltruhm schaffte.

Und ein Konzert mit dem Violin-Virtuosen war es auch, der Liszt aus einer ersten großen Künstlerkrise herausholte. Er wollte „der Paganini am Klavier“ werden. Das gelang ihm auch, wie Lutz Görner im neuen Programm lebhaft und voll innerer Leidenschaft erzählt.

Begleitet wird der nun in NRW lebende Ex-Rezitator, der mit seinen Serien „Lyrik für alle“ einst Berühmtheit erlangte, von der jungen Pianistin Nadia Singer, die vor zwei Jahren den Rachmaninow-Wettbewerb in Frankfurt gewann. Sie ist mehr als nur ein großes Talent: Sie besitzt Charakter, Profil und hohes virtuoses Können. Das bewies sie jetzt gleich reihenweise bei den Liszt-Interpretationen – von der Ungarischen Rhapsodie bis zum „Liebestraum“, von der Diabelli-Variation bis zu den „Wasserspielen“, von „La Campanella“ bis zu düster-nebligen Stücken wie „Trübe Wolken“, die den umjubelten Liszt im psychischen Tal zeigt.

Görners nach wie vor dominierende Kunst: eine Biografie aus dem Geist der Sprache, der Pointe, der überraschenden Wendungen und der anekdotischen Situation zu erzählen. Das kann er wie kaum ein zweiter seiner Generation. Mit Originalzitaten zieht er das Publikum in seinen Bann. Liszt der Theatermann, Liszt der Mäzen, Liszt als weltlicher Abbé und als Lover, als Gescheiteter,  Autor und Journalist und schließlich als Erneuerer der Klavierkultur und des Dirigates – eine spannende Stationenreise eines oft kränkelnden Genies zwischen Budapest, Rom und Weimar.

Man könnte Görner stundenlang zuhören. Aber eben auch seiner musikalischen Partnerin. Denn Nadia Singer punktet mit jedem Piano-Beitrag. In dieser Solistin besitzt Franz Liszt eine kongeniale Nachfolgerin an den Tasten. – Anhaltender Beifall.

Hans-Jörg Loskill

WAZ